AML (Anti-Money Laundering)
AML ist der regulatorische Rahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Banken, Fintechs und On/Off-Ramps müssen Kunden identifizieren, Transaktionen risikobasiert überwachen und auffällige Vorgänge melden. Die Anforderungen beeinflussen Geschwindigkeit, Dokumentationsaufwand und teilweise auch die Pfade, über die grenzüberschreitende Zahlungen laufen.
ART (Asset-referenzierter Token)
Ein ART ist ein Token, dessen Wert sich auf einen Korb von Vermögenswerten (z. B. Währungen und kurzlaufende Anlagen) bezieht. ARTs sollen stabil wirken, sind aber nicht 1:1 auf eine einzelne Fiatwährung bezogen. Unter MiCAR gelten erhöhte Anforderungen an Governance, Offenlegung und Aufsicht. Für konservative Unternehmenszwecke ist die Transparenz über Zusammensetzung und Risiken entscheidend.
AWV-Meldepflicht (Deutschland)
Die AWV regelt u. a. die Meldepflicht für grenzüberschreitende Zahlungen von in der Regel mehr als 12.500 € (Ein- und Ausgänge) an die Deutsche Bundesbank. Die Meldung dient statistischen Zwecken und ist kein Steuerverfahren; Ausnahmen sind möglich. Unternehmen sollten die Prozesse so gestalten, dass relevante Zahlungen erkannt und fristgerecht elektronisch gemeldet werden. Details stellt die Bundesbank bereit.
Block Explorer
Ein Block Explorer ist ein Online-Werkzeug, mit dem Transaktionen, Adressen und Blöcke einer Blockchain eingesehen werden können. Er schafft Nachvollziehbarkeit (z. B. für Zahlungs-Hashes in Belegen) und unterstützt Prüfungen. Unternehmen sollten beachten, dass öffentlich sichtbare Adressen Rückschlüsse auf Zahlungsbeziehungen zulassen können.
Blockchain
Eine spezielle Form von Distributed Ledger Technology (DLT), bei der Transaktionen in chronologisch verketteten Blöcken gespeichert werden. Öffentliche Blockchains (z. B. Ethereum) sind transparent und offen; private/permissioned Blockchains werden von definierten Teilnehmern kontrolliert. Für Unternehmen relevant für Tokenisierung, Smart Contracts und nachvollziehbare Audit-Trails.
CBDC (Central Bank Digital Currency)
Digitales Zentralbankgeld – Geld, das direkt von einer Zentralbank ausgegeben wird, aber in digitaler, tokenisierter oder elektronischer Form. Ein digitaler Euro wäre eine CBDC. Im Unterschied zu tokenisierten Einlagen (Geschäftsbankgeld) oder Stablecoins (E-Geld) handelt es sich um Zentralbankgeld mit höchster Finalität.
Chain ID & Netzwerkwahl
Die Chain ID identifiziert ein Blockchain-Netz eindeutig. Falsche Netzwerkwahl kann zum Verlust von Mitteln führen oder dazu, dass ein Token in der Zielumgebung nicht existiert. Unternehmen sollten nur Netze mit ausreichender Verfügbarkeit, Provider-Support und Liquidität nutzen und Netz/Token vorab eindeutig dokumentieren.
Distributed Ledger Technology (DLT)
Technologie für dezentral geführte, verteilte Datenbanken, bei denen Transaktionen über mehrere Knoten hinweg synchronisiert und validiert werden. Blockchain ist eine spezielle Form von DLT. Im Unternehmenskontext relevant für tokenisierte Assets, Smart Contracts und programmierbare Zahlungsströme.
Electronic Money Token (EMT)
Ein unter MiCAR regulierter Token, der E-Geld repräsentiert und an eine Fiatwährung (z. B. Euro) gekoppelt ist. EMT dürfen grundsätzlich nur von Kreditinstituten oder E-Geld-Instituten ausgegeben werden. Es gelten klare Vorgaben zu Einlöseansprüchen, Reserven, Governance und Berichterstattung. Typisches Beispiel: regulierte Euro-Stablecoins.
Enterprise Resource Planning (ERP)
Integrierte Unternehmenssoftware zur Steuerung von Geschäftsprozessen wie Finanzen, Einkauf, Produktion, Lagerverwaltung und HR. Moderne ERP-Systeme können über APIs mit Zahlungsdienstleistern, Stablecoin-Plattformen oder DLT-Infrastrukturen verbunden werden, um Zahlungsströme zu automatisieren und Reconciliation zu vereinfachen.
Escrow
Escrow bezeichnet eine treuhänderische Verwahrung von Vermögenswerten bis zum Eintritt definierter Bedingungen. On-chain kann Escrow durch Smart Contracts umgesetzt werden; off-chain durch Treuhänder. Dadurch wird Gegenparteirisiko reduziert, und Zahlungen können eng an Liefer- oder Leistungsnachweise gekoppelt werden.
FEMA (Foreign Exchange Management Act)
FEMA regelt Devisengeschäfte in Indien, einschließlich Zweckcodes, zulässiger Transaktionsarten und Dokumentationspflichten. Ausländische Zahlungen an indische Empfänger müssen korrekt klassifiziert und belegt werden, um Verzögerungen, Rückfragen oder Zurückweisungen zu vermeiden. Anbieter und Unternehmen sollten Prozesse und Unterlagen im Vorfeld abstimmen.
Finalität (Settlement Finality)
Finalität bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem eine Zahlung rechtlich und technisch unwiderruflich ist. Bei Kartenzahlungen sind nachgelagerte Rückbelastungen (Chargebacks) möglich, bei Überweisungen hängt eine Rückabwicklung vom Status und den beteiligten Banken ab. On-Chain-Transaktionen gelten nach Bestätigung als final; Korrekturen erfolgen ausschließlich über eine neue Gegenbuchung.
FX (Foreign Exchange)
FX ist die Umrechnung zwischen Währungen wie EUR und INR und erfolgt zu einem Kurs, der typischerweise einen Spread zum Referenzkurs enthält. Neben expliziten Gebühren ist der Spread häufig der größte versteckte Kostentreiber. Für eine faire Bewertung sollten Unternehmen stets den All-in-Kurs betrachten, also Gebühr plus Spread.
Gas Fee (Netzwerkgebühr)
Die Gas Fee ist die Transaktionsgebühr im jeweiligen Blockchain-Netz. Sie hängt von Netzwerkauslastung und Transaktionskomplexität ab und variiert entsprechend. Für Unternehmen zählt der All-in-Vergleich: Netzwerkgebühr plus Dienstleister-Entgelte und ggf. FX-Spreads.
HSM (Hardware Security Module)
Ein HSM ist ein spezialisiertes, manipulationsresistentes Gerät zur sicheren Generierung und Speicherung kryptografischer Schlüssel und zur Signatur. Im Unternehmenskontext ermöglicht es hochsichere Freigaben und Auditierbarkeit. HSMs werden häufig mit Rollen- und Freigabekonzepten kombiniert.
ISO 20022
ISO 20022 ist ein moderner Nachrichtenstandard für Finanzdaten, der ältere MT-Formate schrittweise ablöst. Er ermöglicht umfangreichere, strukturierte Zahlungsinformationen (z. B. Referenzen, Gründe, Identifikatoren), wodurch Abstimmung und Automatisierung erleichtert werden. Im grenzüberschreitenden Kontext verbessert ISO 20022 die Datenqualität und unterstützt schnelleres, nachvollziehbareres Processing.
KYC (Know Your Customer)
KYC umfasst die Identifizierung von Kunden und wirtschaftlich Berechtigten sowie Prüfungen gegen Sanktions- und PEP-Listen. Abhängig von Risiko und Schwellenwerten sind regelmäßige Aktualisierungen und zusätzliche Unterlagen erforderlich. Ohne vollständiges KYC sind Kontoeröffnung, Limits oder On/Off-Ramp-Zugänge oft eingeschränkt.
MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation)
MiCAR ist der EU-Rechtsrahmen für Krypto-Assets einschließlich E-Money-Tokens (EMT) und Asset-referenzierten Tokens (ART). Die Verordnung regelt u. a. Zulassung, Reservenanforderungen, Whitepaper, Governance, Offenlegung und Aufsicht. Für Unternehmen schafft MiCAR Orientierung, welche Stablecoins reguliert sind und unter welchen Bedingungen sie eingesetzt werden können.
MPC (Multi-Party Computation)
MPC-Wallets verteilen die Schlüsselmacht auf mehrere Anteile, die gemeinsam signieren, ohne dass ein vollständiger Schlüssel an einer Stelle entsteht. Das reduziert Single-Point-of-Failure-Risiken und ermöglicht flexible Freigabepolitiken. Governance-Regeln und Ausfallsicherheit der Anteile bleiben dennoch kritisch.
Multisig
Bei Multisig sind M-von-N Signaturen erforderlich, um eine Transaktion freizugeben. Je nach Blockchain ist Multisig nativ oder über Smart Contracts realisiert. Es ist einfach verständlich, aber weniger flexibel als MPC; die richtige Parameterwahl (M/N) ist sicherheits- und betriebsrelevant.
NEFT / RTGS / IMPS (Indien)
NEFT (National Electronic Funds Transfer) verarbeitet Überweisungen in Batches und ist flächendeckend verfügbar; die Gutschrift erfolgt innerhalb der Betriebsfenster in Intervallen. RTGS (Real Time Gross Settlement) ist für größere Beträge ausgelegt und stellt Zahlungen in Echtzeit brutto final, was eine hohe Sicherheit der Gutschrift bietet. IMPS (Immediate Payment Service) ermöglicht Echtzeit-Überweisungen meist rund um die Uhr und wird häufig für kleinere Beträge genutzt; die Wahl des Rails richtet sich nach Betrag, Dringlichkeit und Bankanbindung.
Nostro/Vostro
Nostro- und Vostro-Konten sind Korrespondenzbank-Konten, die Banken gegenseitig führen, wenn keine direkte Beziehung besteht. Nostro bedeutet „unser Konto bei euch", Vostro „euer Konto bei uns". Diese Konten sind zentrale Bausteine in Auslandszahlungs-Ketten und haben Einfluss auf Laufzeiten, Entgelte und Transparenz.
On-Ramp / Off-Ramp
On-Ramps dienen dem Tausch von FIAT in Token (z. B. Stablecoins), Off-Ramps dem Rücktausch von Token in FIAT. Qualität der Anbieter zeigt sich in KYC/AML-Prozessen, Liquidität, Gebührenstruktur, lokaler Regulierung und der Zuverlässigkeit der Auszahlungsnetze. Für Unternehmen sind klare Quittungen, Referenzen und eine belastbare Betriebserfahrung besonders wichtig.
OUR / SHA / BEN
OUR, SHA und BEN bestimmen die Verteilung von Gebühren in der Auslandsüberweisungskette. OUR bedeutet, dass der Absender alle Entgelte trägt und der Empfänger den vollen Betrag erhält; SHA teilt Gebühren zwischen Absender und Empfänger; BEN belastet Entgelte dem Empfänger, der dadurch weniger gutgeschrieben bekommt. Die Wahl beeinflusst sowohl die Netto-Gutschrift als auch potenziell den Abwicklungsweg über Zwischenbanken.
Proof of Reserves
Proof of Reserves bezeichnet Nachweise, dass ein Emittent oder Dienstleister hinterlegte Reserven in ausreichender Höhe hält. Oft handelt es sich um attestierte Stichzeitpunkt-Prüfungen; ohne Ergänzung um Verbindlichkeiten (Proof of Liabilities) sind die Aussagen begrenzt. Für Unternehmen zählen Prüfungsstandard, Häufigkeit und Unabhängigkeit der Atteste.
SEPA Instant (SCT Inst)
SEPA Instant ist das Echtzeit-Überweisungsverfahren im Euro-Raum. Gutschriften erfolgen in der Regel innerhalb von Sekunden; Limits und Erreichbarkeit sind bankabhängig. Für Treasury-Prozesse ermöglicht SCT Inst die schnelle Konto-Konsolidierung und nahtlose On-/Off-Ramp-Prozesse.
Settlement
Die finale Abwicklung einer Transaktion – der Zeitpunkt, zu dem eine Zahlung unwiderruflich wird und bilanziell wirksam ist. Im klassischen Zahlungsverkehr erfolgt Settlement oft zeitverzögert (T+1, T+2); in DLT-Umgebungen kann Settlement in Echtzeit (T+0) oder nahezu in Echtzeit erfolgen. Für Unternehmen entscheidend für Liquiditätsplanung und Risikomanagement.
Stablecoin
Stablecoins sind digitale Token, die den Wert einer Referenzwährung (z. B. EUR oder USD) stabil abbilden sollen. Vorteile für Unternehmen sind 24/7-Verfügbarkeit, schnelle Finalität und die Möglichkeit, Prozesse technisch zu programmieren (z. B. Freigaben, Escrow, Micro-Settlement). Die Qualität hängt vom Emittenten, der Reserven-/Besicherungsstruktur, der Regulierung und den Risiken des verwendeten Netzwerks ab.
SWIFT
SWIFT ist ein globales Netzwerk und Standard für den gesicherten Nachrichtenaustausch zwischen Finanzinstituten; es bewegt selbst kein Geld, sondern übermittelt standardisierte Zahlungs- und Statusnachrichten. Mit GPI hat SWIFT die Nachverfolgbarkeit und Transparenz von Cross-Border-Zahlungen verbessert, auch wenn Zwischenbanken weiterhin beteiligt sind.
SWIFT gpi
SWIFT gpi ist ein Rahmenwerk zur Beschleunigung und besseren Nachverfolgung grenzüberschreitender Zahlungen im Korrespondenzbankensystem. Kern sind einheitliche End-to-End-Referenzen, Status-Tracking und mehr Transparenz bei Gebühren und Laufzeiten. gpi verbessert die Planbarkeit gegenüber klassischem SWIFT-Verkehr, ersetzt aber nicht alle Zwischenstufen.
T+0 / T+1 / T+2
Diese Kürzel beschreiben die Wertstellung relativ zum Transaktionstag T. T+0 bedeutet taggleiche Finalität und Liquiditätswirksamkeit, T+1 oder T+2 entsprechend am Folge- oder übernächsten Geschäftstag. Für CFOs sind diese Angaben entscheidend, um Cashflow, Skonto-Fristen und Risiko-/Prozessplanung realistisch zu steuern.
Tokenisierte Einlagen
Ein tokenisierter Anspruch auf ein Bankguthaben (Einlage) bei einer Geschäftsbank. Der Token ist ein digitaler Beleg dafür, dass ein bestimmter Betrag als Einlage geführt wird und nach den Regeln der Bank wieder in klassisches Bankgeld zurückgeführt werden kann. Im Unterschied zu Stablecoins handelt es sich um Geschäftsbankgeld, nicht um E-Geld.
Travel Rule
Die Travel Rule verpflichtet Dienstleister (VASPs), Absender- und Empfängerdaten bei Transfers mitzuschicken und zu prüfen. In der EU ist sie mit dem Transfer-of-Funds-Rahmenwerk verzahnt. Unternehmen sollten mit ihren Anbietern klären, welche Daten wann benötigt werden und wie sie sicher übermittelt werden.
Wallet
Eine Wallet ist Software oder Hardware, die die privaten Schlüssel verwaltet, mit denen Transaktionen auf einer Blockchain signiert werden; die Tokens selbst bleiben stets on-chain, die Wallet kontrolliert nur den Zugriff. Man unterscheidet Self-Custody (Unternehmen verwahrt die Schlüssel selbst) und Custodial-Lösungen (ein regulierter Dienstleister verwahrt die Schlüssel im Auftrag). Zudem gibt es Hot-Wallets (online, bequem, schneller Einsatz) und Cold-Wallets (offline/HSM/Hardware, höheres Sicherheitsniveau); in der Praxis wird häufig ein gestuftes Modell genutzt. Für CFOs wichtig sind klare Rollen und Freigaben (Vier-Augen-Prinzip), Recovery-Konzepte (Seed/Key-Sharding), Adress-Whitelists und eine saubere Protokollierung.